Farbmarkierungen in Lightroom

Haben Sie schon mal Farbmarkierungen in Lightroom verwendet, um Ihre Fotos zu organisieren?
Vielleicht überrascht es Sie, dass diese Farbmarkierungen ihnen Namen nicht ganz zu Recht tragen. Den Fotos werden keine Farben zugewiesen, sondern eine Zeichenkette.
Das können Sie leicht selbst ausprobieren. Starten Sie Lightroom, suchen sich  ein Bild aus und setzen Sie die Farbmarkierung auf rot, z. B. mit der Taste „6“. Abhängig von Ihrer Konfiguration zeigt Lightroom Ihnen jetzt einen roten Rahmen um das Bild, fügt in der Gitteransicht einen rötlichen Hintergrund hinzu oder zeigt ein kleines rotes Kästchen unter dem Bild. Nun lassen Sie sich die Standard-Metadaten anzeigen. Sie finden ein Feld namens „Beschriftung“. Und dort? Dort steht „Rot“ als Text, nicht die Farbe Rot selbst.

Das Feld trägt seinen deutschen Namen zu Recht, Sie können einfach einen anderen Text eintragen. Tippen Sie doch mal „Grün“ und schauen dann auf die angezeigte Farbe. Was Sie eintragen, steht Ihnen frei. Nehmen wir an, Sie wollen ein Foto als fertig markieren, dann schreiben Sie einfach „fertig“. Jetzt wird keine Farbe angezeigt. Hatten Sie das erwartet? 

Farbmarkierungssätze

Wenn​ im Feld „Beschriftung“ nur Text steht, wie weiß Lightroom dann, welche Farbe es anzeigen soll? Wie funktioniert das mit verschiedenen Sprachen? Das was ich „Gelb“ nenne, bezeichnet ein Engländer als „Yellow“, obwohl wir beide die gleiche Farbe meinen. Der Schlüssel sind die Farbmarkierungssätze. Sie finden diese im Menü unter „Metadaten – Farbmarkierungssätze“. Lightroom wird mit drei Standardsätzen ausgeliefert: „Lightroom-Standard“, „Bridge-Standard“ und „Status prüfen“. Außerdem finden Sie im Menü die Möglichkeit, die Farbmarkierungssätze zu „Bearbeiten…“. Probieren Sie es einfach mal aus, Sie sehen:

Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Lightroom liest das Feld „Beschriftung“ aus und prüft, ob es im aktuellen Farbmarkierungssatz eine Farbzuordnung für den Text gibt. Der Text ist dabei nahezu beliebig. Bei „Lightroom-Standard“ wurden einfach die Farbbezeichnungen verwendet, die anderen beiden nutzen andere Texte und sind gute Beispiele für möglichen Einsatz. Sie können Ihre eigenen Farbmarkierungssätze speichern.

Übrigens verändert das Umschalten zwischen Farbmarkierungssätzen den Inhalt des „Beschriftung“-Felds nicht, sie können also verschiedene Sätze für unterschiedliche Zwecke anlegen und nutzen. Eine Sache sollten sie jedoch beachten: es kann nur eine Beschriftung pro Foto geben. Wenn Sie also mit „Lightroom-Standard“ ein Bild mit „Rot“ markieren, dann zu „Bridge-Standard“ wechseln, um dasselbe Bild als zweite Wahl zu markieren, dann wird von der Beschreibung“Rot“ nichts bleiben.

Ich überlasse es Ihnen, herauszufinden, wie das mit verschiedenen Sprachen funktioniert.

Insektenmakros

Seit einiger Zeit versuche ich mich an Makros kleiner Insekten. Im Moment verwende ich ein Sigma MACRO 105mm F2.8 DG mit Kenko Zwischenringen, meist mit einem 20 mm Ring, an meiner Canon 7D. Noch bin ich absolut am Anfang, aber es kristallisieren sich ein paar Erkenntnisse heraus.

Es gibt zu wenig Licht!

Die theoretische Überlegung, dass die Schärfentiefe selbst für eine Fliege nicht ausreichen wird, wenn ich die Blende aufdrehe, um möglichst viel Licht nutzen zu können, finde ich praktisch sofort bestätigt. Die Blende muss soweit zu, wie es nur geht. Und da kommen wir schon zur zweiten Theorie, die bestätigt wird: auch wenn das Objektiv Blende 22 zulässt: das bringt nichts. Ab Blende 16 wird das Bild durch Beugung an der Blendenöffnung sichtbar unschärfer, Blende 14 ist anscheinend das Optimum.

Meine 7D ist immer noch eine prima Kamera, aber auch sie hat natürlich ihre Grenzen. Gerade wenn es um sehr feine Details geht, stört ein Bildrauschen, das man ab ISO 800 dann doch sieht, ziemlich. In anderen Kontexten, z. B. bei der Theaterphotographie, toleriere ich das Rauschen bis ISO 3200, ggf. sogar mehr. Bei den Insekten ungern. Meist will ich das Bild noch ein wenig beschneiden, die Qualität sollte optimal sein. Also runter auf ISO 100.

Um bei ISO 100 und Blende 14 arbeiten zu können braucht man entweder sehr viel Licht oder lange Belichtungszeiten. Ich habe daher versucht, die Kamera auf ein Stativ zu setzen und mit Belichtungszeiten um 1/4 herum zum Ziel zu kommen. Das hat sich für mich nicht bewährt. Erstens sind meine Motive meist längst entnervt entschwunden, bis mein Stativ in der richtigen Position steht, zweitens bewegen die Biester sich. Selbst Fliegen, die scheinbar still sitzen, bewegen oft den Hinterkörper. Ich bin kein Biologe, aber ich vermute, es handelt sich um Atembewegungen. Daher versuche ich, Belichtungszeiten um 1/200 bis 1/250 Sekunde zu erreichen. Das große Stativ lasse ich weg, versuche nur, ohnehin vorhandene Objekte als Stütze zu verwenden, oder nutze ein Einbein.

Trotz Mittagssonne zu langsam

Leider ist dann immer noch, selbst in der prallen Mittagssonne (zu deren Qualitäten später mehr), meist zu wenig Licht da.

Mehr Licht muss her – Blitzen!

Nach kurzer Suche im Internet ist mir klar: einen Makroblitz mit zwei separat ansteuerbaren Hälften, ob nun Ring oder kleine einzelne Blitze, würde ich gern mal ausprobieren, für den Anfang ist er mir aber zu teuer (bzw. ich traue den Billigangeboten nicht über den Weg). Also heißt es ausprobieren und basteln.

Die erste Idee, einfach den Austeckblitz nach unten zu justieren, findet schnell ihre Grenzen. Die Dinger sind nicht dafür gemacht, Objekte in kurzem Abstand vor der Linse zu beleuchten. Besser ging es schon mit einer am Blitz befestigten Reflektorfläche, die das Licht nach unten streut. Die Technik hat aber auch zwei Nachteile: Es hängt so viel Gewicht am Blitzkopf, dass der immer nach unten knickt. Meine Blitze jedenfalls lassen sich in verschiedene Winkel über Einrastpositionen einstellen – das Einrasten ist aber viel zu zart für den Reflektor. Und zweitens kommt das Licht jetzt immer von oben – sieht auch doof aus.

Als nächstes habe ich versucht, den Blitz über Funkauslöser anzusteuern und ihn mit dem Reflektor seitlich neben die Kamera zu halten. Mein Fazit dazu: ich habe mindestens eine Hand zu wenig. Geht also auch nicht.

Also wieder im Internet suchen und über Bastellösungen nachdenken. Eine Idee, die ich vielleicht auch noch mal weiterverfolge, ist eine Blitzschiene unter der Kamera, auf die man dann zwei vertikale kurze Schienen montiert, die ihrereseits zwei Aufsteckblitze halten, die nach vorn zeigen, so dass ihre Blitzröhren rechts und links des Objektives zum liegen kommen. Im Moment schätze ich das als zu sperrig und wackelig ein. Es gibt ein paar ähnliche Ansätze im Zubehörhandel, die Nutzerkommentare bestätigen meine Bedenken eher.

Daher habe ich mich entschlossen, erst mal bei einem Blitz zu bleiben. Warum sollte ich auch zwei brauchen? Die Antwort ist schnell gefunden: vielleicht wegen der Schatten.

Portraits, Licht und Schatten

Harte Schatten bei direkter Sonneneinstrahlung

Ein Aufsteckblitz ist zwar nicht wirklich eine punktförmige Lichtquelle, aber die Fläche, von der das Licht ausgeht, ist im Vergleich mit den photographierten Objekten so klein, dass hinter diesen harte Schlagschatten auftreten. Die werden meist als unschön empfunden. Hat man zwei Lichtquellen, kann die eine die Schatten, die die andere produziert, ausleuchten. Kann man die beiden Quellen dann noch getrennt in der Helligkeit regeln, lässt sich die Ausleuchtung schon recht gut beeinflussen.

Das wird auch oft bei Portraitaufnahmen in Studios gemacht, da gibt es einen typischen Aufbau mit einem Modell-Licht (Key) und einem Aufhelllicht (Fill), letzteres ist oft auch nur ein Reflektor. Um im zweidimensionalen Photo einen plastischen Eindruck zu erreichen, brauchen wir die Schatten übrigens schon, ganz weg wollen wir sie nicht haben, sonst wirkt das Bild sehr flach, nur weich und mit ein wenig Richtung. Bei Portraits gilt es als klassisch schön, wenn das Licht in etwa so fällt, wie wir es von natürlicher Beleuchtung kennen, also schräg von oben und meist ein wenig von der Seite (ich will hier nicht in die Details gehen, es gibt verschiedenste Ausleuchtungsvarianten und Ausnahmen von fast allem).

Weiche Schatten bei leicht bedecktem Himmel

Will man die Schatten weich kriegen, ist entscheidend, dass das Licht nicht nur aus einer, oder einigen wenigen festen Richtungen kommt. Ist die Lichtquelle ein Punkt, so kommt das Licht immer nur aus genau einer Richtung, ist die Lichtquelle eine Fläche, so fällt Licht über einen bestimmten Raumwinkel ein und es ergibt sich ein weicher Übergang zwischen Licht und Schatten.

Das kann man leicht draußen beobachten. Die Sonne ist zwar groß, aber weit weg, daher erscheint sie in einem kleinen Raumwinkel, nahezu punktförmig. Jeder kennt die harten, klaren Schatten, die Sonnenlicht wirft. An bedeckten Tagen wird das einfallende Sonnenlicht jedoch durch die Wolken gestreut, der gesamte Himmel wirkt leuchtend und trägt zur Licht und Schatten bei. Weil das Licht „aus allen Richtungen“ kommt, sieht man fast keine und nur sehr weiche Schatten. Tage mit nicht zu dichter Bewölkung, aber eben auch nicht klarem Himmel sind ideal für Portraits im Freien.

Der Raumwinkel hängt ab von der Größe der Lichtquelle und dem Abstand zum beleuchteten Objekt. Bei Portraits und Studioblitzen würde ich das Verhältnis zwischen Größe der Lichtquelle (erst mal der nackten Blitzröhre) und dem Objekt auf in der Größenordnung 1:10 schätzen, den Abstand auf typischerweise 1:3. Also gibt es harte Schatten und, wenn man zwei Quellen verwendet, einfach nur harte Schatten, die sich überlagern und nicht mehr ganz so dunkel wirken. Die harten Grenzen der Schatten gelten meist als unschön, man beseitigt sie, indem man die effektiv leuchtenden Flächen größer macht – mit Reflektoren, Schirmchen und Softboxen. Stellt man eine runde Softbox von 2 m Durchmesser 1 m vor einem Objekt auf, kommt das Licht nicht nur gerade von vorn, sondern auch aus bis zu 45° von rechts, links, oben, unten und allen Richtungen dazwischen. Vom Objekt aus gesehen hat man einen Öffnungswinkel von 90°. Die gleiche Lichtquelle 5 m entfernt gibt einen Öffnungswinkel von nur noch 22°, die Schatten werden wieder härter.

Eine Softbox mit Reflektor als Aufheller

Portraitaufnahmen habe ich schon recht erfolgreich mit nur einer Softbox gemacht. Ich  würde den Öffnungswinkel dabei auf etwa 30° – 45° schätzen. Das sollte bei Makros auch machbar sein. Alleine die Fläche des Aufsteckblitzes, auch mit ausgeklappter Streuscheibe, wäre etwas klein, aber hätte ich eine kleine Softbox von 10 – 20 cm Durchmesser und könnte die ca. 20-30 cm entfernt von meinen Motiven platzieren, dann würde das reichen.

Im Zubehörhandel habe ich dann einen Schwanenhals zum Aufstecken auf den Blitzschuh der Kamera und eine Mini-Softbox gefunden. Das sieht so aus:

Die Konstruktion ist zwar etwas unhandlich, aber mit etwas Übung zweihändig durchaus kontrollierbar. Ich bin mit den Ergebnissen recht zufrieden. Nur an der Positionierung des Blitzes muss ich noch etwas Herumprobieren, das Licht kommt jetzt noch etwas zu sehr von der Seite.

Nur mit Aufsteckblitz

Mit der kleinen Softbox

Ein paar Beispiele

Lightroom Gesichtserkennung erneut ausführen

Bislang gibt es meines Wissens keinen offiziellen Weg, Adobe Lightroom (LR) dazu zu bringen, die Gesichtserkennung erneut durchzuführen, weder komplett, noch für einzelne Ordner der Bibliothek. Sollten Sie eine größere Menge der markierten Bereiche gelöscht haben und sich nun wünschen, Sie hätten das nicht getan, dann könnte Sie die Möglichkeit interessieren. Das Folgende funktioniert bei mir.

Erstellen Sie zunächst eine Sicherheitskopie Ihres Katalogs.

Dann besorgen Sie sich den SQLite Browser (http://sqlitebrowser.org/). Den werden Sie brauchen, um den LR Katalog zu bearbeiten. Installieren Sie ihn, starten Sie ihn und öffnen Sie eine Datenbank. Verwenden Sie ihren LR Katalog als Datenbank. LR muss geschlossen sein, während Sie dies tun.

Sie sehen: der LR Katalog ist eine relationale Datenbank, er enthält eine Menge Tabellen. Wie diese zusammenspielen lässt sich mit etwas Übung erraten. Es gibt allerdings auch eine Menge, was Sie hier kaputt machen können. Wenn Sie das, was ich hier beschreibe, ausprobieren und es geht schief, kommen Sie nicht zu mir um sich zu beschweren. Das hier ist ganz klar nicht offiziell unterstützt, es gibt keine Garantie, alles Ihr eigenes Risiko.

Eine Tabelle wird Ihnen helfen, wenn Sie die Gesichtserkennung noch mal laufen lassen wollen: Adobe_libraryImageFaceProcessHistory. Sie beinhaltet informationen darüber, was mit den Bildern jeweils schon geschehen ist, den Status der Gesichtserkennung, sowohl, dass in einem Bereich ein Gesicht ist (detection) also auch welches (recognition). Dazu noch weiteres zu Indizierung und ob Sie das Bild nach der Erkennung noch mal angefasst haben, z. B. um einen Namen hinzuzufügen.

Ohne weitere Informationen ist die Tabelle ziemlich nutzlos. Sie enthält jedoch eine ID für jedes Bild, für das die Erkennung bereits gelaufen ist, die man verwenden kann, um aus anderen Tabellen relevante Informationen zuzuordnen. Das sieht dann als SQL-Abfrage so aus:

select Folder.pathFromRoot, File.baseName, File.extension, Hist.*
from  Adobe_libraryImageFaceProcessHistory AS Hist
inner join Adobe_images AS Img ON Hist.image = Img.id_local
inner join AgLibraryFile AS File on  Img.rootFile = File.id_local
inner join AgLibraryFolder AS Folder on File.folder = Folder.id_local

Hier haben Sie auch bereits den Pfad zum Ordner des Bildes in der Abfrage. Den können Sie nutzen, um auf einen bestimmten Ordner einzuschränken. Sie können einen Platzhalter verwenden (‚%‘) um auch Unterordner mit auszuwählen:

select Hist.*
 from  Adobe_libraryImageFaceProcessHistory AS Hist
 inner join Adobe_images AS Img ON Hist.image = Img.id_local
 inner join AgLibraryFile AS File on  Img.rootFile = File.id_local
 inner join AgLibraryFolder AS Folder on File.folder = Folder.id_local
 where Folder.pathFromRoot LIKE 'Photos/2015/2015-04-25/%'

Mit dieser Einschränkung können sie nun auch selektiv die Daten des Erkennungsverlaufs löschen. Bevor Sie den nächsten Schritt machen, stellen Sie sicher, dass Sie wirklich die Sicherungskopie erstellt haben!

delete from Adobe_libraryImageFaceProcessHistory
 Where id_local in (
 select Hist.id_local
 from  Adobe_libraryImageFaceProcessHistory AS Hist
 inner join Adobe_images AS Img ON Hist.image = Img.id_local
 inner join AgLibraryFile AS File on  Img.rootFile = File.id_local
 inner join AgLibraryFolder AS Folder on File.folder = Folder.id_local
 where Folder.pathFromRoot LIKE 'Photos/2015/2015-04-25/')

Schließen Sie nun die Datenbank und starten Sie Lightroom. Navigieren Sie zu dem entsprechenden Ordner und schalten Sie auf die Personen-Ansicht um. Jetzt sollte die Erkennung erneut laufen.

Dieses Vorgehen löscht übrigens weder bereits erkannte Gesichtsbereiche noch Stichwortzuweisungen.

Lassen Sie mich mit einem Kommentar wissen, ob diese Methode bei Ihnen funktioniert hat.

Englisches Lightroom mit deutscher Tastatur

Mit einem einfachen Trick eine deutsche Tastaturbelegung mit englischem Lightroom benutzen.

Die Herausforderung

Weil ich bevorzugt englischsprachige Fotoseiten lese und auch eine Menge Foto-Lehrbücher in dieser Sprache besitze, bevorzuge ich ein englisches Lightroom. So spare ich mir die Suche nach der deutschen Bezeichnung für einen Begriff, der z.B. in einer Anleitung verwendet wird. Bei Photoshop halte ich es genau so, doch darum soll es hier heute nicht gehen.

Die Herausforderung ist, dass Adobe leider mit dem Sprachwechsel auch die Tastaturbelegung wechselt. Es ist nicht vorgesehen, ein Tastaturlayout separat einzustellen. Tasten, die auf einem englischen Layout bequem sind, liegen auf der deutschen Tastatur unmöglich. Zum Beispiel der Backslash „\“ oder die eckigen Klammern „[“ und „]“. Sie liegen in der US-Version direkt nebeneinander und sind ohne Kombination mit anderen Tasten erreichbar:

US Tastaturlayout

„KB United States-NoAltGr“ von Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: KB United States.svg. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:KB_United_States-NoAltGr.svg#/media/File:KB_United_States-NoAltGr.svg

Für uns Deutsche sieht das anders aus, alle drei Tasten sind nur per Kombination mit Alt Gr erreichbar.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Die „Lösung“

Bei einem Sprachwechsel wird in Lightroom auf eine andere Sprachressourcedatei umgestellt. Die Datei für Deutsch ist bei einer Installation von Lightroom CC unter Windows: %Program Files%\Adobe\Lightroom\Resources\de\TranslatedStrings.txt.

Es gibt erwartungsgemäß keinen Ordner für die Sprache Englisch (en). Interessant ist aber, dass er, wenn es ihn gibt, berücksichtigt wird. Das kann man leicht ausprobieren, indem man den Ordner …\Resources\de kopiert und in …\Resources\en umbenennt und danach eine englische Version Lightroom startet. Dann werden nicht nur die deutschen Anzeigetexte verwendet, sondern auch die Tastaturbelegung.

Die Datei selber ist eine reine Textdatei. Hier mal ein Auszug aus dem Inhalt

"$$$/AgDevelop/Localized/Brightness=Helligkeit"
"$$$/AgDevelop/Localized/Brush=Pinsel:"
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushA=A"
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushB=B"
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushDecreaseKey=,"
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushDecreaseKeyShifted=;"
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushIncreaseKey=."
"$$$/AgDevelop/Localized/BrushIncreaseKeyShifted=:"

Die rot hervorgehobenen Zeilen sind interessant. Es werden offensichtlich Tastaturbelegungen vorgenommen. Was liegt also näher als alle Zeilen, die nichts mit Tastaturbelegungen zu tun haben, aus der Datei zu werfen und diese dann für das englische Lightroom zu verwenden? Nichts, genau so funktioniert es.

Bei Bedarf lassen sich dann gleich noch ein paar unglücklich gewählte Belegungen korrigieren und ein paar wenige Texte anpassen, fertig ist die eigene Tastaturbelegung für deutsche Tasten an englischem Lightroom.

Umsetzung

Einen Download einer fertigen Datei möchte ich an dieser Stelle nicht abieten, weil

  • ich meine persönlichen Vorlieben in meine eingebaut habe, die nicht jeder teilen mag
  • die Datei von der Version von Lightroom abhängen dürfte
  • ich nicht sicher bin, wie begeistert Adobe wäre

Aber ich kann noch ein paar Tips geben:

  1. Die Einträge unter „$$$/AgBezels/KeyRemapping“ sollten mitgenommen und angepasst werden.
  2. Unter „$$$/AgApplication/Menu/Window/SecondMonitor/“ finden sich ein paar Tastaturbelegungen, die mit Shortcut statt Key bezeichnet sind.
  3. In der deutschen Version der TranslatedStrings.txt ist „Ctrl + ,“ doppelt belegt. Ich habe daher zusätzlich „$$$/Application/Menu/Edit/Preferences/KeyWin=Cmd++“ eingefügt und „$$$/Application/Menu/File/LibraryInfo/Key=Cmd+Option++“ analog angepasst.
  4. In der deutschen Version der TranslatedStrings.txt findet sich eine Tastaturkombination „^L“, die sich anscheinend auf den Backslash „\“ bezieht. Ich habe sie bei mir durch „<“ ersetzt, das ist viel leichter zu bedienen.
  5. Es scheint naheliegend, für Zoom-Vorgänge die Tasten „+“ und „-“ zu verwenden. Leider klappt das aus mir unbekannten Gründen nicht mit dem „+“, daher sollte man bei dem (weniger intuitiven) „#“ bleiben.

Letzter Tipp: vor irgendwelchen Änderungen immer die Originaldateien sichern!

Aktualisierung 24. März 2017

Bei der aktuellen Version von Lightroom CC (2015.9) wurden die Dateien anders benannt. Damit klappt der beschriebene Trick erst mal nicht mehr. Die deutsche Datei heißt jetzt TranslatedStrings_Lr_de_DE.txt. Ich habe einfach mal probiert, die für Englisch  TranslatedStrings_Lr_en_US.txt zu nennen – und siehe da, es geht wieder.

Natürlich braucht man nicht wirklich alle Zeilen aus der Datei. Da, wo die englische Originalbelegung gut funktioniert, muss man nicht korrigierend eingreifen. Es ist nur viel einfacher, alle Zuordnungen aus der deutschen Datei zu übernehmen, als mühselig herauszusuchen, welche man braucht.

Der Fehler der Mehrfachbelegung von „Ctrl + ,“ ist behoben, die Kombination ist jetzt „Ctrl + u“. Mein Tipp 3 ist daher obsolet.

Die in Tipp 4 beschriebene Kombination „^L“ ist nur eine Zeichenkette für die Anzeige, man kann sie ersetzen, die Funktion ist auch ohne Ersetzung auf „<„.

Übersetzungen

Die folgenden Zeilen dienen der Zuordnung der Namen für Kombinationstasten zu den in den anderen Zeilen verwendeten Kürzeln. Man braucht sie, anders als ich ursprünglich dachte, nicht.

"$$$/AgBezels/KeyRemapping/MacCommand=Befehl"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/MacDelete=Löschen"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/MacOption=Wahl"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/MacReturn=Eingabe"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/WinAlt=Alt"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/WinBackspace=Rücktaste"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/WinControl=Strg"
"$$$/AgBezels/KeyRemapping/WinEnter=Eingabe"
"$$$/AgCameraRawController/Keyboard/AltKey=Alt"
"$$$/AgCameraRawController/Keyboard/OptionKey=Wahl"

Es gibt einige weitere Zeilen, die deutsche Begriffe enthalten. Diese dienen der Anzeige der aktuellen Tastenbelegungen auf dem Hilfeschirm, den man mit Strg+< erreicht. Es erscheint mir sinnvoll, die hier auftauchenden deutschen Begriffe durch die englischen zu ersetzen, also:

  • Command statt Befehl
  • Delete statt Löschen
  • Option statt Wahl
  • Enter statt Eingabe
  • Backspace statt Rücktaste
  • Shift statt Umschalt
  • Right Arrow statt Nach-rechts-Taste
  • Left Arrow statt Nach-links-Taste
  • Up Arrow statt Nach-oben-Taste
  • Down Arrow statt Nach-unten-Taste
  • Ctrl statt Strg
  • Tab statt Tabulatortaste
  • Space statt Leertaste

Löschen überflüssiger Zeilen mit Notepad++

Man kann das Löschen von nicht benötigten Zeilen mit Suchen und Ersetzen mit Regulären Ausdrücken deutlich erleichtern. Ich habe alle Textteile mit notepad++ gelöscht, auf die folgender Ausdruck passte:

^((?!(Key=|KeyWin=|KeyShifted=|Shortcut=|KeyRemapping)).)*$\R

Danach ist die Anzahl der Zeilen, die man manuell löschen muss, überschaubar.

Verrechnungsmodi in Photoshop – Teil 3

Weiches Licht (Soft Light)

Soft Light ist die Verrechnungsmethode, über die man am häufigsten Fehlerhaftes liest. Was auch daran liegt, dass verschiedene Hersteller die Methode unterschiedlich definieren und so zur Verwirrung beitragen. Ich habe leider noch keine Begründungen für die Wahl der jeweiligen Berechnungen gefunden.

Photoshop

Mein Photoshop CC verwendet die folgende Formel (wie beschrieben in der PDF Referenzdokumentation):

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}(1-a)ab + a(1-(1-a)(1-b)) & \text{f\"ur } b < {1/2}\\a+(2b-1)(\sqrt{a}-a) & \text{f\"ur } b \geq {1/2} \land a > {1/4}\\a+(2b-1)(((16a-12)a+4)a-a) & \text{f\"ur } b \geq {1/2} \land a \leq {1/4}\end{array} \right.

Ich konnte das prüfen, indem ich mittels eines kleinen Postscript-Programms (vielen Dank für die Unterstützung an meinen Vater, Dieter Zawischa) ein Quadrat mit dem Ergebnis der Verrechnung zweier linearer Verläufe von Schwarz zu Weiß füllte und das dann verglich mit dem, was Postscript bei der gleichen Verrechnung produziert (Details dazu siehe hier).

Die beiden Ausgangsbilder:

Verlauf A

Bild A – Verlauf horizontal

Verlauf B

Bild B – Verlauf vertikal

Das Ergebnis der Soft-Light Verrechnung aus dem Postscript-Programm

Soft Light  berechnet

Soft Light berechnet

und das aus Photoshop

Photoshop Soft Light

Photoshop Soft Light

Man kann durch Differenzbildung leicht prüfen, dass die beiden Bilder (bis auf kleine Ungenauigkeiten durch begrenzte Auflösung) identisch sind.

Interessant ist eine Betrachtung des Helligkeitsverlaufs für verschiedene feste b-Werte:

Gamma-Kurven-PDFWie man sieht, ergibt sich für b=0,5 die Diagonale, also eine lineare Übersetzung von a in Helligkeit. Wählt man für das B-Bild eine einheitliche 50% graue Fläche, bleibt das A-Bild unverändert. Das kann man als Ziel für alle betrachteten Formeln annehmen, 50% Grau als B soll neutral sein.

Für b=0 ergibt sich die vereinfachte Formel:

f(a,b) = a(1-(1-a)) = {a}^{2}.

Das ist genau die Formel für eine ?-Korrektur (Gamma-Korrektur) mit ?=2. Die Kurve für b=1 sieht der Quadratwurzelfunktion (das wäre ?=0,5) ähnlich, stimmt aber wegen der Korrektur für kleine a nicht damit überein.

Was mich interessiert ist, wie der Verlauf der Abweichung von der Diagonalen

f(a,b) = a

für verschiedene b ausieht. Also zeichne ich die Kurven für

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}(1-a)ab - a(1-a)(1-b) & \text{f\"ur } b < {1/2}\\(2b-1)(\sqrt{a}-a) & \text{f\"ur } b \geq {1/2} \land a > {1/4}\\(2b-1)(((16a-12)a+4)a-a) & \text{f\"ur } b \geq {1/2} \land a \leq {1/4}\end{array} \right.

Delta-Kurven-PDFDie Asymmmetrie für b > 0,5 ist augenfällig.

Varianten der Photoshop-Formel

Verwendet man die folgende Formel, die man auch gelegentlich als angebliche Photoshop-Formel findet, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Hier erhält man für b=1 eine ?=0,5 Korrektur.

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}(1-a)ab + a(1-(1-a)(1-b)) & \text{f\"ur } b < {1/2}\\a+(2b-1)(\sqrt{a}-a) & \text{f\"ur } b \geq {1/2}\end{array} \right.

Ohne "Korrektur" für kleine a

Ohne „Korrektur“ für kleine a

Bei genauer Betrachtung sieht man, dass die obere linke Ecke etwas heller ist.

Die Kurven dazu sehen so aus:

Gamma-Kurven-PDF-2Auch das ist nicht symmetrisch an der Diagonalen. Gleiche b-Abweichungen von 0,5 erzeugen abhängig von ihrer Richtung unterschiedlich starke Effekte. Das sieht man wieder deutlich nach Subtraktion von a.

Delta-Kurven-PDF-2

Bei dieser Art der Darstellung sieht man deutlich, wie stark die Veränderung bei b>0 für kleine a ausfällt. Das könnte der Grund dafür sein, dass Adobe mit der speziellen Regelung für kleine a ausgleicht.

Man könnte jedoch auch nur den ersten Teil der Formel verwenden, also dies:

f(a,b) = (1-a)ab + a(1-(1-a)(1-b))

Nur der erste Teil

Nur der erste Teil

Auch ein schönes, sehr weiches Ergebnis, linear in b. Die Linearität in b sieht man auch in den Kurven:

Gamma-Kurven-PDF-1Das ist zwar nicht mehr symmetrisch an der Diagonalen, aber dafür ist der Abstand zwischen den Kurven für festes a immer gleich.

Delta-Kurven-PDF-1Die Symmetrie ist gegeben, sieht erst mal sehr plausibel aus. Man erreicht für b=1 allerdings nicht annähernd ?=0,5.

Illusions parametrische Gamma-Korrektur

Einen völlig anderen Vorschlag für Soft Light findet man bei illusions.hu. Ausgehend von der Idee der durch b steuerbaren ?-Korrektur wird verwendet:

f(a,b) = a^{2^{(1-2b)}}

Das Verrechnungsergebnis ist ansprechend:

Illusions.hu Gamma-Korrektur

Illusions.hu Gamma-Korrektur

Die Kurven sehen auf den ersten Blick fast genau so aus wie die der Original-Adobe-Formel.

Delta-Kurven-IllusionsBei genauerem Hinsehen sind die Übergänge natürlich viel gleichmäßiger.

Spiegeleien

Ich hätte auch noch einen Vorschlag, entstanden aus der Frage, ob der zweite Teil der Photoshop-Formel vielleicht durch Spiegelung des ersten Teils an der Diagonale hervorgegangen ist. Ist er nicht. Man erreicht diese Spiegelung durch Auflösen des ersten Teils nach a und Ersetzen von b durch (1-b‘). Letzteres, weil die Kurve für b > 0,5 immer der Spiegel einer mit b’=1-b sein soll.

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}(1-a)ab + a(1-(1-a)(1-b)) & \text{f\"ur } b < {1/2}\\ \frac{1-b}{1-2b}+\sqrt{\frac{(1-b)^2}{(2b-1)^2}+\frac{a}{2b-1}}& \text{f\"ur } b \geq {1/2}\end{array} \right.

Die Abweichungen von der Diagonalen in diesem Fall:

Delta-Kurven-HZIch finde das Ergebnis auch nicht schlecht. Etwas heller im linken unteren Bereich als Illusions, weniger drastisch oben links als die Photoshop-Formel ohne den dritten Teil.

"Mein" Soft Light

„Mein“ Soft Light

Zugegeben, das Ganze ist recht akademisch, da man Photoshop leider nicht so leicht neue Verrechnungsmodi beibringen kann, was ich äußerst bedauerlich finde.

Verrechnungsmodi in Photoshop – Teil 2

Die Verrechnungsmethoden Multiplikation, Linear Abwedeln, Linear Nachbelichten und Lineares Licht habe ich bereits im ersten Teil der Artikelserie vorgestellt. Diesmal will ich um einige weitere vervollständigen, die für uns Photographen interessant sein könnten. Für ein, das Weiche Licht (Soft Light) habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, weil sie so kompliziert ist.

In den ersten Teilen dieser Serie möchte ich mich zunächst nur mit der Mathematik hinter den Verrechnungsmethoden beschäftigen. Die Beschreibungen werden hoffentlich später immer wieder als Referenz dienen, wenn ich Anwendungsfälle beschreibe, wie z. B. bei der Methode der Frequenztrennung, die man hervorragend bei der Retusche verwenden kann.

Schreibweisen

Ich möchte zusätzlich zu der Notation aus dem ersten Teil eine Schreibweise für Invertieren einführen. Das invertierte Bild zu einem Bild A sei \overline{A}. Invertieren bedeutet nichts anderes, als die Helligkeitswerte eines jeden Bildpunkts von 1 zu subtrahieren. Also:

\overline{a(x,y)} = 1 - a(x,y).

Oder kurz

\overline{a} = 1 - a.

Farbig Nachbelichten (Color Burn)

Ehrlich gesagt erschließt sich der Name der Methode nicht wirklich, wenn man sie sich mit Schwarzweißbildern ansieht. Wie oben beschrieben möchte ich aber zunächst genau das tun, es geht halt erst mal um die Formeln.

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}\overline{(\frac{\overline{a}}{b})} = 1 - \frac{1- a}{b} & \text{f\"ur } b > 0\\0 & \text{f\"ur } b =0 \end{array} \right.

Farbig Nachbelichten

Farbig Nachbelichten

Zu bemerken ist, dass die gesamte linke untere Hälfte (a < 1 – b) im Schwarz versinkt.

Farbig Abwedeln (Color Dodge)

Das Gegenstück zum Nachbelichten.

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}\frac{a}{\overline{b}} = \frac{a}{1-b} & \text{f\"ur } b < 1\\1 & \text{f\"ur } b =1 \end{array} \right.

Farbig Abwedeln

Farbig Abwedeln

Hier erhält man Weiß für (a > 1-b).

Negativ Multiplizieren (Screen)

f(a,b) = \overline{\overline{a}\overline{b}} = 1 - (1-a)(1-b)

EPS-Screen

Überlagern und Hartes Licht (Overlay und Hard Light)

Überlagern und Hartes Licht sind Geschwister. Die Formeln lauten

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr} 2ab & \text{f\"ur } a < 1/2\\\overline{2\overline{a}\overline{b}} = 1 - 2(1-a)(1-b) & \text{f\"ur } a \geq 1/2 \end{array} \right.

für Überlagern und

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr} 2ab & \text{f\"ur } b < 1/2\\\overline{2\overline{a}\overline{b}} = 1 - 2(1-a)(1-b) & \text{f\"ur } b \geq 1/2 \end{array} \right.

für Hartes Licht. Es handelt sich also um Kombinationen von abgewandeltem Multiplizieren und Negativ Multiplizieren.

EPS-Overlay

Überlagern

 

EPS-HardLight

Hartes Licht

Wie man schon in den Bildern sieht, sind diese Funktion nicht glatt (nicht stetig differenzierbar). Betrachtet man z. B. den Verlauf der berechneten Helligkeit abhängig von a für verschiedene feste b, so ergibt sich folgendes Bild:Gamma-Kurven-Overlay

Eine 50% graue Fläche ist neutral.

Strahlendes Licht (Vivid Light)

Als Kombination von Farbig Nachbelichten und Farbig Abwedeln kann man das Strahlende Licht betrachten.

f(a,b) = \left\{ \begin{array}{lr}\frac{a}{2(1-b)} & \text{f\"ur } b > {1/2}\\1- \frac{1-a}{2b} & \text{f\"ur } b \leq {1/2}\end{array} \right.

EPS-VividLight

Frequenztrennung

Kürzlich habe ich mich mit der Methode der Frequenztrennung zur Retusche beschäftigt. Bei den Fstoppers habe ich einen einen interessanten Artikel dazu gefunden, der mich aber mit Fragen zurückgelassen hat. Eine war: warum ist Lineares Licht die richtige Verrechnungsmethode für die beiden Ebenen? Und direkt im Anschluss die Fragen, wo eigentlich der Unterschied zwischen Addition und Subtraktion bei der Bildberechung liegt und wieso man einen Unterschied zwischen 8bit und 16bit Bildern machen soll. Also wollte ich mir das mal genauer ansehen.

Dabei musste ich mir erst mal ein paar Gedanken zu Verrechnungsmodi (Blend Modes) generell machen. Vielleicht lohnt es sich, mit dem Artikel anzufangen.

Aufgabenstellung

Ein Bild soll so in zwei zerlegt werden, dass das eine nur großflächige Veränderungen beinhaltet, das andere die feinen Strukturen. Bei einem Portrait z. B. soll das erste Bild nur Farben und große Strukturen wie Schatten beinhalten, die Hautstruktur soll sich im anderen wiederfinden. Die beiden Bilder sollen sich nachher über Ebenenverrechnung wieder zu einem zusammensetzen lassen, das sich nicht vom Original unterscheidet.

Skin-Demo-A

Warum? Weil man dann getrennt Korrekturen nur z. B. an der Hautfarbe machen kann, ohne die Struktur zu verändern und umgekehrt. Nicht modifizierte Stellen ergeben das Original, an den Stellen, wo man retuschiert, sieht das Ergebnis sehr natürlich aus.

Frequenzen

Feine Strukturen bedeuten eine rasche Änderung der Helligkeitswerte, einen starken lokalen Kontrast. Man kann die Änderungen als Überlagerung von Wellen in der Fläche sehen. Die feinen Strukturen bedeuten dann hohe Frequenzen, während die Änderungen über größere Abstände niedrige Frequenzen bedeuten.

Frequenzfilter in Photoshop

Photoshop kennt einen Hochpassfilter, dessen Aufgabe es ist, feine Strukturen aus dem Bild zu holen. Es gibt auch Tiefpassfilter, die allerdings nicht so heissen. Was tut man, wenn man feine Strukturen, also die hohen Frequenzen, verschwinden lassen will? Man verwendet einen Weichzeichner (Blur). Welcher ist eigentlich egal, bei Filtern wie Matter Machen (Surface Blur) oder Selektiver Weichzeichner (Smart Blur) muss man allerdings etwas aufpassen, da hier scharfe Kanten entstehen, die eigentlich für hohe Frequenzen stehen.

Bild zerlegen

Am Anfang gibt es ein Bild A, davon erzeugt man zwei Kopien. Nun verändert man die eine Kopie, so dass ein neues Bild B entsteht, z. B. mit einem Weichzeichner. Wie genau ist zunächst egal. Für das Beispiel habe ich einen Gaussschen Weichzeichner mit 6-Pixel-Radius verwendet.

Skin-Demo-B

Nun wird ein weiteres Bild C erzeugt, dass nur die Unterschiede zwischen A und B beinhaltet. Das sollte einfach sein, man muss nur die Differenz bilden. Praktisch macht man mit dem Menübefehl Bildberechnung (Apply Image) mit A als Ziel und C als Quelle.

Nun ist aber zu beachten, dass Photoshop als Ergebnis einer Rechung nur Werte zwischen 0 und 1 zulässt und alle anderen Werte abschneidet. Das ist bei der Differenzenbildung sehr ungünstig, insbesondere, wenn die Bilder sehr ähnlich sind. Also dividiert man durch 2 und verschiebt um ½ nach oben, dann bleibt die komplette Information erhalten.

c = f(a,b) = frac{a-b+1}{2}.

Dass dem so ist, sieht man leicht, wenn man sich die Extreme ansieht, also Kombinationen von a,b in {0,1}.

Skin-Demo-C

Anmerkung

In Photoshop kann man mit 8-bit, 16-bit oder auch 32-bit pro Pixel und Farbe arbeiten. Die oben verwendete 1 entspricht dann 255, 65536 oder 4294967295. Der Dialog Bildberechnung (Apply Image) bietet für die Methode Differenz zwei Parameter an zum Skalieren und zum Verschieben. Zum Skalieren benötigt man die 2, das ist der oben genannte Divisor. Bei der Verschiebung kann man leider nicht 0,5 eintragen, sondern muss den entsprechenden 8-bit Wert verwenden, die 128, unabhängig von der Bit-Tiefe des Bildes. Das führt immer wieder zu Verwirrung, weshalb man auf manchen Webseiten den Hinweis findet, man solle im 16-Bit-Fall das Bild B unbedingt invertiert mit Skalierung 2 zu A addieren. Mathematisch ist das identisch, praktisch habe ich auch keinen Unterschied erkennen können, weder bei 8-bit noch bei 16-bit.

frac{a+(1-b)}{2} = frac{a-b+1}{2} = frac{a-b}{2}+{1/2}.

Bild zusammensetzen

Jetzt gilt es noch, eine Formel zu finden, die die beiden Bilder B und C wieder zusammensetzt, so dass sich A ergibt. Einfach zusammenzählen geht natürlich nicht, weil skaliert und verschoben worden ist. Was ist zu tun? Ganz einfach: C verdoppeln, zu B hinzuzählen und 1 abziehen.

f(b,c) = b + 2c -1.

Das ist genau das, was die Verrechnungsmethode Lineares Licht tut.

Praktische Anwendung

In der Praxis wird man nicht einfach mit Bildberechnung (Apply Image) aus den mühsam getrennten Bildern gleich wieder eins machen. Man wird beide Bilder als Ebenen übereinanderlegen, B nach unten, C nach oben, und für C den Verrechnungmodus Lineares Licht wählen. So behält man zwei Ebenen, die man getrennt bearbeiten kann. Man kann auch weitere Ebenen dazwischenschieben, z.B. für die Korrektur von Hauttönen oder einzelnen zu hellen oder dunklen Stellen. Ab hier wird es Retusche, und darum soll es in diesem Artikel nicht gehen.

Skin-Demo-Final